[:de]Selig sind die Armen im Geist (Teil 2)[:en]Blessed are the Poor in Spirit (Part 2)[:]

[:de]Jemand der arm ist, weiß sehr genau, wo es ihm mangelt. Er kann den Mangel beim Namen nennen. Wie ist es bei uns? Erkennen wir unseren Mangel? Oftmals beschränkt sich das Bewusstsein unserer Mängel nur auf das Materielle. Wenn wir uns die Frage stellen, was wir an materiellen Gütern noch alles benötigen, dann können die meisten wahrscheinlich sofort eine lange Liste anfertigen. Wie ist es, wenn es um geistliche Dinge geht? Wenn wir zum Beispiel an unser Gebet denken, erkennen wir, dass unser Fokus oft auf unsere eigenen Bedürfnisse ausgerichtet ist. Doch wie ist unser Bewusstsein für unseren Mangel an Christus? Verspüren wir den Mangel an der Wirklichkeit von Christi Leben in unserem Alltag? Sehen wir den Bedarf, Christus mehr zu leben?

Selig sind die Armen im Geist, denn ihnen gehört das Reich der Himmel! (Matthäus 5:3)

Im Buch Offenbarung gibt es eine Gemeinde, die von Christus ermahnt wird:

“Weil du sagst: Ich bin reich und bin reich geworden und brauche nichts, und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich und arm und blind und bloß bist.”(Offenbarung 3:17)

Wie oft begnügen wir uns beispielsweise damit, die richtige Lehre der Schrift zu kennen? Oder wir begnügen uns damit, wenn jemand über einen Vers oder ein Thema eine Predigt geben kann. Vielleicht geben wir uns auch zufrieden, in der “richtigen” Gemeinde zu sein. Ist das schon genug? Gott wird uns nicht daran messen, was wir über sein Wort wissen oder in welche “Gemeinde” wir gehen. Die Frage Gottes wird lauten: Ist Christus unser Leben?

Den Mangel erkennen

Wie ist es beispielsweise mit unseren Wünschen und unserem Denken? An was hängt unser Herz und worauf ist es ausgerichtet? Auf das Reich Gottes oder auf irdische Dinge?

Sind unsere Gedanken auf die himmlischen Dinge ausgerichtet? Denken wir darüber nach, wie das Reich Gottes sich ausbreiten kann? Haben wir ein Herz für die Menschen, die der Herr Jesus noch erretten möchte? Fragen wir den Herrn, wie wir andere Menschen geistlich versorgen und ermutigen können? Oder sind unsere Gedanken irdisch, voll von Sorgen über irdische Belange wie das Studium, Arbeit, Familie, Kinder oder Partnersuche?

Auch in unserem Reden haben wir oft noch viel Mangel: Kommen aus unserem Mund Worte der Gnade, die nützlich sind für den Aufbau des Reiches Gottes, oder ist unser Reden unnütz? Bauen wir auf und bringen den Frieden Gottes in unsere Umgebung oder ist unser Reden leer und bewirkt vielleicht sogar Streit und Zwietracht?

Das Evangelium des Reiches reden

Wir sind Botschafter an Christi statt und sollen die Menschen ermahnen, dass sie sich mit Gott versöhnen lassen (vgl. 2.Korinther 5:20). Aber wie sieht unser Evangelium aus? Sind wir gleichgültig, haben wir Menschenfurcht oder legen uns Ausreden zurecht, um das Wort nicht reden zu müssen? Oder machen wir unseren Mund auf, wenn wir mit unseren Arbeitskollegen, Bekannten und Freunden zusammen sind? Warnen wir die Menschen vor dem ewigen Verderben im Feuersee, wenn sie Christus nicht aufgenommen haben? Reden wir die Wahrheit über die Gesetzlosigkeit, Unmoral und Sünde in unserer Gesellschaft? Zeigen wir ihnen Christus als den Erlöser und Retter, der in Kürze wiederkommen, und seine Gerechtigkeit auf dieser Erde bringen wird? Oder bleiben wir stumm, obwohl wir das alles wissen?

Das Wort sagt uns, dass wir allezeit beten sollen (vgl. 1.Thessalonicher 5:17). Tun wir das? Beten wir in unserem Alltag, dass Gottes Reich auf die Erde kommt, dass die Ungerechtigkeit ein Ende nimmt und dass seine Gerechtigkeit endlich auf diese Erde kommt? Dass der Überrest gesammelt wird, die Gemeinde gebaut und vollendet wird? Stehen wir mit den Geschwistern, den Familien, den Kollegen, Kontakten und ringen wir für sie im Gebet, damit sie gestärkt werden und der Herr sie errettet, mit uns aufbaut und vollendet?

Sind wir Trauernde (vgl. Matthäus 5:4), haben Mitempfinden mit unseren Mitmenschen, damit sie vor Gott als bewährt dargestellt werden und das Ziel des Glaubens erreichen? Wie ist unser Verhalten, wenn wir bei unserem Nächsten eine Verfehlung erkennen? Ist unser Herz dann voller Kritik oder bringen wir unseren Nächsten im Gebet und mit einem trauernden Herzen vor den Herrn und bitten für ihn um Gnade?

Wir müssen anerkennen, unser Mangel an dem Leben Jesu ist noch sehr groß. Und es gibt noch sehr viele Beispiele, die wir nennen könnten – besonders, wenn wir Matthäus 5-7 lesen.

Bittet, so wird euch gegeben

Wer arm ist, der hat nichts von sich selbst. Aber er kann einen Reichen bitten, dass er ihm gebe. Jesus ermutigt uns, den Vater zu bitten:

Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan!” (Lukas 11:9)

Wenn wir unseren Mangel an Christus erkennen, dann ist das gut. Es soll aber nicht dazu führen, dass wir aufgeben oder resignieren. Es soll uns stattdessen dazu bewegen, Gott zu suchen und ihn zu bitten, dass er den Mangel ausfüllt, indem er seine Gesetze auf unser Herz schreibt.

Es ist ein gutes Gebet zu sagen: “Vater, gib mir bitte einen armen Geist.” Ein solches Gebet, mit der wahren Absicht, das zu erfahren und zu leben, hört Gott, der Vater, sehr gerne. Er ist ja unser Vater! Er wird es sicherlich beantworten. Manchmal kann es auch sein, dass wir ein paar Mal bei ihm anklopfen müssen. Er möchte gerne sehen, dass es wirklich unser Anliegen ist, seinen Sohn Jesus Christus zu erfahren und gemäß seiner Verfassung zu leben. In Lukas 11:13 heißt es:

“Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten!”

Das Wort Gottes verspricht uns kein Leben ohne Schwierigkeiten. Vielmehr möchte uns der Vater seinen Heiligen Geist geben. Der Heilige Geist ist es, der uns hilft, in die Wirklichkeit des Wortes Gottes zu kommen, wie in Johannes 16:13 geschrieben steht:

“Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten.”

Wie wir den Geist spezifisch erfahren können, dazu mehr in Teil 3…[:en]Someone who is poor knows exactly what he is missing. He can specifically name all his needs. What about us? Do we recognize what we are lacking? Often, the awareness of our shortcomings is limited only to material things. If we ask ourselves what material goods we still need, then most of us can probably immediately come up with a long list. What is it like when it comes to spiritual things? What about our prayer? If we take a moment to think about it, we will realize that our focus is often on our own needs. How aware are we about our lack of Christ? Do we sense how much we lack the reality of Christ’s life in our daily lives? Do we see the need to live Christ more? In the book of Revelation, there is a church that is exhorted by Christ:

“Because you say, ‘I am rich, have become wealthy, and have need of nothing’—and do not know that you are wretched, miserable, poor, blind, and naked” (Revelation 3:17)

How often, for example, do we content ourselves with knowing the correct doctrine in the Scripture? Or with someone giving a sermon on a verse or topic? Maybe we are satisfied with being in the “right” church. Is that enough? God will not judge us by what we know about His Word or what “church” we go to. God’s question will be: Is Christ our life?

Recognizing Our Lack

What about our wishes and our thinking, for example? What is our heart attached to and what is it focused on? On the kingdom of God or on earthly things?

Are our thoughts focused on heavenly things? Do we think about how the kingdom of God can spread on this earth? Do we have a heart for the people whom the Lord Jesus still wants to save? Do we ask the Lord how we can spiritually care for and encourage other people? Or are our thoughts earthly, full of worries about earthly concerns such as studies, work, family, children or finding a husband or wife?

We also have a great lack in our speaking: What comes out of our mouth? Words of grace that are useful for the building up of the kingdom of God? Or is our speech useless? Do we build up through our speaking and bring God’s peace into our surroundings, or is our speaking empty and perhaps even cause strife and discord?

We are ambassadors for Christ and should exhort people to be reconciled to God (2 Corinthians 5:20). But what does our gospel look like? Are we indifferent, do we fear people, do we make excuses to not have to speak the word? Or do we open our mouths when we are with our colleagues, acquaintances and friends? Do we warn people of eternal perdition in the lake of fire if they do not receive Christ? Do we speak the truth about lawlessness, immorality and sin in our society? Do we show them Christ as the Redeemer and Savior who will return very soon and bring His righteousness to this earth? Or do we remain silent even though we know all this?

The Word tells us to pray without ceasing (1 Thessalonians 5:17). Do we? Do we pray in our daily lives for God’s kingdom to come to earth, unrighteousness to come to an end, and His righteousness to finally come to the earth? That the remnant would be gathered, that the church would be built and perfected? Do we stand with our brothers and sisters, our families, our colleagues, our contacts and fight for them in prayer so that they may be strengthened and the Lord may save them, build them up with us and perfect them?

Do we mourn (Matthew 5:4)? Do we sympathize with our fellow human beings so that they may be presented perfect before God and reach the end of their faith? How do we act when we see that someone has transgressed? Is our heart then full of criticism or do we bring this person before the Lord in prayer with a grieving heart and ask for grace for him?

We must acknowledge that our lack of the life of Jesus is still very great. And there are many more examples we could name – especially when we read Matthew 5-7.

Ask and It Will Be Given You

He who is poor has nothing of himself. But he can ask a rich man to give him what he needs. Jesus encourages us to ask the Father:

“So I say to you, ask, and it will be given to you; seek, and you will find; knock, and it will be opened to you.” (Luke 11:9)

It is good when we recognize that we lack the reality of Christ. But it should not lead us to give up or resign ourselves. Instead, it should cause us to seek God and ask Him to fill the void by writing His laws on our hearts. It is a good prayer to say, “Father, please give me a poor spirit.”

When we truly have the desire and intention to experience and live this, God the Father will very gladly listen to such a prayer. He is our Father! He will certainly answer our prayer. Sometimes, we may have to knock on His door a few times because He wants to see that we really mean it, that we really want to experience His Son Jesus Christ and live according to His constitution. Luke 11:13 says:

“If you then, being evil, know how to give good gifts to your children, how much more will your heavenly Father give the Holy Spirit to those who ask Him!”

The Word of God does not promise us a life without difficulties. Rather, the Father wants to give us His Holy Spirit. It is the Holy Spirit who helps us enter into the reality of the Word of God, just as it is written in John 16:13:

“However, when He, the Spirit of truth, has come, He will guide you into all truth”

How can we specifically experience the Spirit? More about this in Part 3…[:]