Offenbarung 6 – Das 5. Siegel

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Bei dem fünften Siegel sehen wir solche, die wahrlich ganz auf das weiße Pferd gesetzt haben. Wenn Du den Artikel zu den ersten vier Siegeln noch nicht gelesen hast, dann musst Du das unbedingt nachholen! Du findest ihn hier.

Das weiße Pferd vom ersten Siegel ist das herrliche siegreiche Werk Jesu Christi auf der Erde. Viele Hundert Millionen Menschen aus den letzten 2000 Jahren bis in unsere heutige Zeit haben sich entschieden, ganz auf dieses Pferd zu setzen. Sie haben nicht nur den Herrn Jesus als ihren Retter aufgenommen, sondern sind ihm auch treu nachgefolgt.

Das 5. Siegel, die Märtyrer unter dem Altar

Viele von ihnen haben das mit dem Leben bezahlt. Sie waren so absolut für ihren Herrn und Erlöser, dass sie bereit waren für ihn zu sterben. Für den Herrn ist der Tod seiner Getreuen sehr kostbar, daher gibt es ein besonderes Siegel für sie:

Und als es das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen derer, die hingeschlachtet worden waren um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses willen, das sie festhielten.

Offenbarung 6:9

Was machen sie unter dem Altar?

Wie lange, du heiliger und wahrhaftiger Herrscher, richtest du nicht?

Sie warten und rufen zu Gott, bis er Gerechtigkeit schafft auf der Erde:

Und sie schrien mit lauter Stimme und sagten: Wie lange, du heiliger und wahrhaftiger Herrscher, richtest du nicht und rächst nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen?

Offenbarung 6:10

Sehr viele der Männer Gottes hatten schon zu Lebzeiten dieses Gebet in ihren Herzen und haben Gott gefragt, wie lange er noch dem Unrecht zuschauen möchte, was auf der Erde von den Gesetzlosen getan wird. Ein Beispiel sehen wir in Psalm 94:1-3:

¹ O HERR, du Gott der Vergeltung, du Gott der Vergeltung, erscheine!
² Erhebe dich, o Richter der Erde; vergilt den Hochmütigen, was sie verdienen!
³ HERR, wie lange sollen die Gottlosen, wie lange sollen die Gottlosen triumphieren?

Psalm 94:1-3

Wer von uns hat schon einmal in dieser Weise gebetet? Natürlicherweise ist es uns vielfach egal, ob die Gesetzlosigkeit um sich greift. Wenn es uns nicht egal ist, dann fangen wir an, selber Gerechtigkeit auf der Erde schaffen zu wollen.

Aber wer kommt zu dem Gott der Vergeltung und dem Richter der Erde, wie ihn der Psalmist nannte, und ruft zu ihm wegen all des Unheils hier auf der Erde? Nur Gott kann wirklich Gerechtigkeit und Frieden auf die Erde bringen. Wir brauchen heute durch den Heiligen Geist eine Reaktion in unserem Herzen, wenn wir den Betrug und das Verderben in der Welt sehen und bekommen so einen Drang zu Gott zu rufen, damit er Recht schafft. Wenn unser Herz nicht zu Gott schreit, dann muss Gott es heilen.

Die Belohnung der Märtyrer

Die Märtyrer unter dem Altar in Offenbarung 6 erhalten eine große Belohnung für ihre Treue:

 Und jedem von ihnen wurde ein weißes Kleid gegeben …

Offenbraung 6:11

Jeder von ihnen bekommt ein weißes Kleid. Das ist sehr, sehr bedeutsam! In der Bibel steht die Kleidung für Gerechtigkeit (Offb. 19:8). Es reicht nicht, in unserer eigenen Gerechtigkeit zu Gott zu rufen, denn unser eigenes Urteilsvermögen und unser Gerechtigkeitssinn sind völlig daneben. Wir empfinden als gerecht, was Gott hasst und verurteilen die Dinge, die Gott liebt (5.Mose 32:4-5). Der Herr stellt unser eigenes Denken in Jesaja 5:20ff. bloß und warnt uns, nicht Böses gut und Gutes böse zu nennen und uns in unseren eigenen Augen für weise und verständig zu halten. Unsere eigene Gerechtigkeit und unsere eigenen gerechten Taten bezeichnet er sogar als “Lumpen”, als beflecktes Kleid (siehe Jesaja 64:5).

Die Märtyrer unter dem Altar haben gelernt, ihre eigene Gerechtigkeit und ihr eigenes Empfinden für Gut und Böse abzulegen und sich ganz Gott und seinem Wort unterzuordnen. Deswegen bekommen sie ein weißes Kleid von Gott als Belohnung! Jeder der lieber auf seine eigene Gerechtigkeit setzt, wird nackt vor Gott stehen am Tag des Gerichts (Offb. 16:15).

Das Warten der Märtyrer auf uns

Es heißt weiter in Offb. 6:11:

… und es wurde ihnen gesagt, dass sie noch eine kleine Zeit ruhen sollten, bis auch ihre Mitsklaven vollzählig sind und ihre Brüder, die noch getötet werden sollten wie sie.

Offenbarung 6:11

Sie müssen auch eine kleine Zeit warten, bis Gott mit dem Gericht beginnt. Gott richtet nicht sofort. Er wartet bis das Maß der Sünde der Menschen voll ist, denn nur dann ist das Gericht gerecht. Er gibt bis zum Schluss noch eine Möglichkeit zur Umkehr. Zum anderen wartet er, wie der Vers 11 sagt, bis alle “Mitsklaven” und “Brüder” vollzählig, beziehungsweise vollendet sind (vgl. den Vers in der Schlachter 2000 Übersetzung). Das sind hoffentlich wir!

Die große Wolken von Zeugen in Hebräer 12:1 ermutigt uns dazu, in diesem Kampf mit Ausdauer zu laufen und im Hinschauen auf den, der sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat, nicht müde zu werden und in unseren Seelen zu ermatten (Hebräer 12:3). Wir sind ja zu der Gemeinde der Erstgeborenen gekommen, die in den Himmeln angeschrieben ist, und zu Gott, dem Richter aller, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten (Hebräer 12:23).

Deswegen lasst uns zu Gott rufen und nach dem Kleid der Gerechtigkeit jagen, damit Jesus bald zurückkommen kann und das Übel in dieser Welt gerecht richtet.

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