Die Aufstiegslieder in den Psalmen (Teil 2)

In unseren Gemeinschaften der letzten Wochen haben wir die Psalmen 120 – 134 sehr schätzen gelernt. Dieser Abschnitt der Psalmen wird auch als “Aufstiegslieder” bezeichnet. Sie wurden vor ca. 3000 Jahren vom Volk Israel gesungen, als es nach Jerusalem hinaufzog, um dort Gott anzubeten.

Diese Texte haben auch uns heute noch sehr viel zu sagen. Jeder, der Christ geworden ist, d.h. jeder der Jesus Christus bewusst in sein Leben aufgenommen hat, ist mit einer himmlischen Berufung von Gott berufen worden. Diese Berufung ist aufwärts gerichtet, das heißt, Gott möchte, dass wir Christen in unserer Erfahrung mit dem lebendigen Gott “aufsteigen”. Die Bibel zeigt uns, dass es in unserem Christenleben ein Wachstum geben muss. Wir sollten als Gläubige nicht Jahr für Jahr dieselben bleiben. Nein, Gott erwartet, dass wir wachsen und auf Christus hin verändert werden.

Man erkennt an den Psalmen, dass sie von Menschen geschrieben wurden, die kostbare Erfahrungen mit dem lebendigen Gott gemacht haben. Noch kostbarer wird es, wenn dieses Wort zu unserer eigenen Erfahrung wird. Dann werden wir merken, dass Gott uns Stufe für Stufe nach oben bringt. Dieses Aufsteigen geht allerdings nicht automatisch, wie in einem Aufzug, sondern es bedarf unserer Mitarbeit. Um aufzusteigen müssen wir ein Herz haben, dass nach Gott fragt. Das Neue Testament spricht sogar davon, dass Menschen Gott nachjagen (vgl. Philipper 3:13). Nur so werden wir in unserem Christenleben aufsteigen und vorangehen.

Bild: (c) Jutta Kühl – pixelio.de